DAS RICHTIGE SOFA FINDEN

Eines der wortwörtlich zentralsten Möbelstücke unserer Einrichtung ist das Sofa. Auch wenn der Fernseher als Famillienmittelpunkt immer mehr von Tablets, Handys und Spielekonsolen abgelöst wird, finden viele Aktivitäten immer noch auf dem Sofa statt. Wie bei Bett und Küche handelt es sich hier um eines der Möbelstücke, die wir seltener ersetzen als beispielsweise ein Regal oder den Couchtisch. Entsprechend viel Wert legen wir auf die Langlebigkeit eines Sofas.

Woran erkennt man aber schon beim Sofakauf eine gute handwerkliche Verarbeitung, welche Nachfragen sollte man bei der Kaufberatung stellen und welche Vor- und Nachteile bieten unterschiedliche Materialien? Wir haben uns mit Produkt- und Qualitätsmanagern unterhalten und die wertvollsten Tipps für Sie zusammengefasst.

1. DIE UNTERFEDERUNG

Wie beim Hausbau steht und fällt die Qualität eines Sofas mit dem Fundament – bei Polstermöbeln Unterfederung genannt. Dies ist der unterste Teil der Couch, der in Kombination mit der darauf liegenden Polsterung die Sitzfestigkeit bestimmt. Hochwertigere Sofas und Sessel haben in der Regel eine Unterkonstruktion aus Wellenfedern. Eine kostengünstigere Variante stellt die Unterfederung mit Elastikgurten dar, die wiederum etwas schneller ausleiern können.  

Die Wellenfedern oder Elastikgurte werden idealerweise mit einer Filzschicht geschützt, bei günstigeren Möbeln wird teilweise auch einfacher Stoff verwendet. Eine Nachfrage bei Ihrem Kaufberater im Möbelgeschäft nach der Unterfederung einer Couch kann Ihnen Hinweise auf die Langlebigkeit geben.

2. DER KERN

Federkern

Wer sich für ein Polstermöbel mit Federkern entscheidet, kann so gut wie sicher davon ausgehen, dass die Unterkonstruktion aus Wellenfedern besteht und Filz zur Geräuschminderung als Schutzschicht eingesetzt wird, was insgesamt eine bessere Qualität des Sofas gewährleistet. Der Federkern ist elastischer als ein Schaumkern und behält besser seine Form bei, weil nur die belasteten Federn nachgeben anstatt der gesamten Sitzfläche.  Die Sitzhärte eines Federkerns ist in der Regel härter als bei Schaum. Die Königsklasse hinsichtlich Sitzkomfort sind Sofas mit einem Taschenfederkern. Hier sind die Federn separat in kleine Stofftaschen eingearbeitet, was die Festigkeit nochmals erhöht. 

Schaumkern

Beim Schaumkern gilt: Je dichter und schwerer der verwendete Schaum, desto höher die Qualität des Sofas. Oft ist die Dichte eines Sofas angegeben, falls nicht lohnt sich die Nachfrage beim Verkäufer. Die Schaumstoffdichte sollte mindestens 30 kg / m3 betragen (je höher, desto besser). Sogenannter HR-Schaum (hochelastischer Schaum) ist die teuerste aber auch langlebigste Variante. In hochwertigeren Polstern werden außerdem meist mehrere Lagen unterschiedlichen Schaums verarbeitet, um länger ein gleichbleibendes Sitzgefühl zu gewährleisten. Schaumkerne werden fast ausschließlich für Sofas mit Stoffbezug eingesetzt, ausgenommen Sofas mit HR-Schaumkern, die auch einen Lederbezug tragen können. 

3. DER BEZUG

STOFFBEZÜGE

Bei den Stoffbezügen kommen in der Regel Velours, Flockware, Flachgewebe, Microfaser oder Kunstleder zum Einsatz. 

VELOURS

Velours hat eine samtartige Erscheinung, die dadurch zustande kommt, dass nachträglich Garne in das Grundgewebe eingewebt werden. Diese Verarbeitung macht Velours besonders strapazierfähig, weshalb es gern in der Sofa-Herstellung Verwendung findet. 

FLACHGEWEBE

Ein Flachgewebe weist keinen hochstehenden Flor auf, sondern ist sozusagen zweidimensional. Dadurch ist es besonders glatt und ebenmäßig im Erscheinungsbild. Beim Kauf eines Sofas mit Flachgewebe sollte man sich über die sogenannten Scheuertouren aufklären lassen. Erst ab 15.000 Scheuertouren kann man davon ausgehen, dass man ein Sofa mit möglichst langlebigem Bezug erwirbt. Je höher die Scheuertouren, desto besser. Ermittelt wird der Wert indem man ein Wollstück mit gleichmäßigem Druck gegen den Sofastoff reibt, bis ein sichtbarer Schaden entsteht. 

MIKROFASER

Mikrofaser ist immer synthetisch hergestellt und besteht aus mikroskopisch feinen Fasern, von denen ein 10.000 Meter langer Faden gerade einmal zwischen 0,8 und 1,2 g auf die Waage bringt. Das macht Mikrofaser besonders anschmiegsam und robust. Dieser Bezug ist außerdem für Haustier- und insbesondere Katzenbesitzer geeignet, weil hier keine Fäden mit den Krallen herausgezogen werden können. 

KUNSTLEDER

Kunstleder, seltener auch als Textilleder bezeichnet, wird ebenfalls aus Stoff hergestellt, der so aufgearbeitet ist, dass er sich optisch und haptisch auf den ersten Blick kaum von Echtleder unterscheidet. Produziert wird Kunstleder indem man den Stoffträger (Baumwolle, Mischgewebe) mit einem Kunststoff wie PVC oder Polyurethan beschichtet und anschließend die typische Narbenprägung einstanzt. 

LEDERBEZÜGE

NAPPALEDER

Nappeleder ist ein Sammelbegriff und bezeichnet alle weichen und glatten Leder aus Tierhäuten. Es wird in der Sofa-Herstellung naturbelassen oder mit zusätzlicher Imprägnierung angeboten. Bei naturbelassenem Nappaleder sind auch Naturmerkmale, also kleinere Risse oder Wunden, die das Tier, von dem das Leder stammt, davongetragen hat, sichtbar. Bei pigmentierten Nappaledern sind diese Naturmerkmale teilweise oder vollständig von einer Farbschicht überdeckt. 

NUBUKLEDER

Umgangssprachlich fälschlicherweise oft Wildleder genannt, umfasst Rauleder alle Leder die keine glatte, sondern eine florige Oberfläche aufweisen. Dies erreicht man entweder durch mechanisches Anrauen, also Schleifen eines glatten Leders, oder indem man die Lederrückseite verwendet. Wildleder hingegen kommt immer von in der freien Wildbahn lebenden Tieren, wie Hirschen, Rentieren, Antilopen, Kängurus oder Gazellen. Rauleder ist insgesamt empfindlicher als Glattleder, da es Flecken stärker annimmt, die sich nur sehr schwierig entfernen lassen und da es nach längerer Nutzung speckig werden kann. 

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